Erforschen wir die Weichtiere!
Der Stamm der Weichtiere (Mollusca) entstand vor über 500 Millionen Jahren. Viele Arten warten auch heute noch auf ihre Entdeckung. Genomische Analysen können viele offene Fragen zur Evolution, Ökologie und dem Verhalten der Weichtiere beantworten – doch bisher wurde nur von wenigen Weichtierarten das Genom entschlüsselt. Hier kommt die „Internationale Molluske des Jahres“ ins Spiel!
Bisherige Gewinner
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Der Tiefsee-Krake Muusoctopus ist die „Molluske des Jahres 2025“
Der Tiefsee-Oktopus Muusoctopus erhielt über 1.300 Stimmen und zog so an der Meeresschnecke „Blauer Drache“ (Glaucus atlanticus), der Atlantischen Träger-Schnecke (Xenophora conchyliophora), der Hawaiischen Schwarzfuß-Napfschnecke (Cellana exarata) und der Islandmuschel (Arctica islandica) vorbei. Insgesamt beteiligten sich über 4.000 Weichtier-Fans an der Abstimmung. Die Gattung Muusoctopus umfasst Kraken, die in der eisigen Tiefe der Ozeane leben. Sie unterscheiden sich von ihren flachwasserbewohnenden Verwandten unter anderem durch das Fehlen einer Tintenblase – eine Anpassung an die Dunkelheit der Tiefsee, wo nur wenige Räuber lauern. Erst kürzlich wurde entdeckt, dass eine Muusoctopus-Art – der „Dorado Octopus“ – riesige Tiefsee-Kraken-Kolonien in etwa 3000 Metern Tiefe vor der Küste Costa Ricas bildet. Die Weibchen dieser Art scheinen ihre Eier ausschließlich in den warmen Gewässern hydrothermaler Quellen zu brüten – ein außergewöhnliches Verhalten, das unser Verständnis von Tiefsee-Ökologie, Fortpflanzung und Evolution revolutioniert. Zur Pressemeldung |
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Weichtier des Jahres 2024 – Der lebende Leuchtstab (Phuphania crossei)
Mehr als die Hälfte aller Stimmen konnte im vergangenen Jahr die Schnecke aus Thailand gewinnen und zog damit an zwei weiteren Schnecken-Arten, einer Muschel und einem kleinen Tintenfisch vorbei. Phuphania crossei ist eine luftatmende Landschnecke, die nur in den tropischen Wäldern Thailands vorkommt. Ihr Name leitet sich von den Phu Phan-Bergen im Nordosten des Landes ab. Ihre Besonderheit: Sie produziert fortwährend biolumineszentes Licht, das heißt, sie strahlt ein grünliches Licht aus wie ein lebender Leuchtstab. Dabei erscheint Phuphania crossei auf den ersten Blick wenig spektakulär mit einem gelblich-braunen Körper und dunkelgrauem Kopf mit „Stielaugen“. Ihr Gehäuse ist bräunlich mit deutlichen Rippen. Doch bereits bei Tageslicht und ohne Stimulation ist ihr grünliches Leuchten für das menschliche Auge sichtbar. Produziert wird es von Leuchtzellen des Fußes und des Mantels. Die Schnecke ist in der Lage, dieses Leuchten zeitweise einzustellen. Zur Pressemeldung |
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Weichtier des Jahres 2023: Die chilenische Stachelschnecke (Concholepas concholepas)
Concholepas concholepas zählt zu den Felsenschnecken und ist im südöstlichen Pazifik zu finden; ausgewachsene Exemplare können eine Schalenlänge von etwa 15 Zentimetern erreichen. Als Fleischfresser nimmt sie die Rolle einer Schlüsselart ein, die das Vorkommen anderer Arten kontrolliert. In ihrer Heimat als „Loco“ (ein Lehnwort des Mapuche-Volkes in Chile) bekannt, kommt der Schnecke mit dem großen Fuß und widerstandsfähigen Gehäuse eine große kulturelle, soziale, wirtschaftliche, evolutionäre und ökologische Bedeutung zu. Doch ihre Bestände sind aufgrund von starker Überfischung gefährdet, denn die sogenannte „chilenische Abalone“, die äußerlich der Meeresschnecke Seeohr („Abalone“) ähnelt, wird weltweit als Delikatesse gehandelt. Auch verschmutze Küstengebiete bedrohen die Art. Zur Pressemeldung |
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Weichtier des Jahres 2022: Die Kubanische Landschnecke (Polymita picta)
Die zwei bis drei Zentimeter große Kubanische Landschnecke ist für die farbenfrohen Variationen ihres Gehäuses bekannt. Zudem verfügt sie über einen rätselhaften „Liebespfeil“ – einen Kalkpfeil, mit dem Paarungspartner gestochen werden, um Sexualhormone zu übertragen. Die Schnecken sind gleichzeitig männlich und weiblich, ohne sich selbst befruchten zu können, und pflanzen sich in der Regenzeit fort. Sie werden etwa ein bis zwei Jahre alt. Die Kubanische Landschnecke kommt nur entlang eines schmalen Küstenstreifens im Osten Kubas vor. Dort besiedelt sie jedoch eine große Bandbreite an Lebensräumen, von extrem trockenen Standorten bis hin zu Regenwäldern. Sie ernährt sich von Moos und Flechten auf Baumrinden. Auf diese Weise trägt sie dazu bei, Bäume gesund zu halten, und unterstützt damit die lokale Landwirtschaft. Aufgrund von Lebensraumverlust und Wilderei gilt sie als vom Aussterben bedroht. Zur Pressemeldung |
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Weichtier des Jahres 2021: Der Große Argonaut (Argonauta argo)
Der Große Argonaut auch als Papiernautilus bekannt, ist ein pelagischer Oktopus. Die komplexe, harte, aber papierdünne Eihülle, die nur von den Weibchen ausgebildet wird, dient zum Ausbrüten ihrer Jungen, aber auch als Schwimmhilfe und Schutz der Weibchen selber. So sehen die Weibchen zusammen mit ihrer aufgerollten Eihülle ein wenig wie ein Nautilus aus. Der Große Argonaut hat mehrere Gedichte und Romane inspiriert und findet z.B. Erwähnung in dem Roman „Zwanzigtausend Meilen unter dem Meer“ von Jules Verne. Seit Aristoteles wurde angenommen, dass diese Kreaturen ihr großes Paar Rückenarme als Segel oder Ruder und ihre Gehäuse als Schiff benutzen, um ungeachtet der Gefahren über die Meeresoberfläche zu treiben. Argonauten sind auch gefräßige Raubtiere, sie beißen ihre Beute und injizieren ein in ihrer Speicheldrüse produziertes Gift. Zur Pressemeldung |
Impressum
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Senckenberg – Leibniz Institution for Biodiversity and Earth System Research (SGN)
Senckenberganlage 25
60325 Frankfurt
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Fax: +49 69 7542 1437
E-Mail: [email protected]
Die Senckenberg – Leibniz Institution for Biodiversity and Earth System Research (SGN) is an unincorporated association according to § 22 of the BGB (German Civil Code) that was awarded the rights of a legal person by sovereign decree on 17 August 1867. According to § 28 of the currently applicable statute, the association as defined by § 26 of the BGB is represented judicially and extrajudicially by two members of the Board of Directors, which must include the Director General or the Deputy Director General.
Board of Directors
Prof. Dr. Klement Tockner (Director General)
Dr. Lutz Kunzmann
Prof. Dr. Andreas Mulch
Dr. Martin Mittelbach (Administrative Director)
Prof. Dr. Angelika Brandt
President: Carsten Kratz
Supervisory Authority Magistrate of the City of Frankfurt / Office of Public Order
USt-Id: DE114235295
For all support related questions and press inquiries contact: [email protected]
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